Geschichte der historischen „Schloss-Schänke“ zu Bautzen kurz gefasst.

Bereits im Mittelalter war vor dem Schloss Ortenburg am ehemaligen Irrenberg-Viertel von Budissin ein Haus auf dem Burglehn entstanden, welches nach Edelmann identisch ist mit dem zum Franziskanerkloster gehörenden Regelhaus, das in früherer Zeit die von Gusk ( Gausig ) besaßen und 1334 dem Franziskanerkloster ( 1240-1598 ) zugeeignet wurde. Es stieß mit einer Seite ans Messergässel und mit der anderen an das königliche Burglehn.
Der letzte Ordensbruder starb 1562. Dieser trat das Haus der Betschwestern 1561 an das Domkapitel St. Petri ab.


1619 wurde das Haus an den Oberamtskanzlisten Poley verkauft.
Als erste Eintragung in der Hausbesitzerkartei ist die Kammerherrin von Thielau zu finden und im Grundbuch Frau Clara Maria verehelichte Gräfin zu Solms Sonnenwalde.
(Der Herr von Thielau traf sich auch mit dem König Karl XII. von Schweden auf dem heutigen Schwedenstein.)


1619 wurde das Grundstück durch das Domkapitelverkauft und war später im Besitz des Oberlausitzischen Adels bis 1839.


1839 erfolgte der Verkauf an den Proviantmeister Georg Möhne. Von diesem Verkauf an ist ein lückenloser Nachweis vorhanden.


1839 wurde dem Haus die Gerechtigkeit zum Branndweinbrennen, Verkaufen und Brotbacken als Privileg zugeschrieben. Spätestens ab diesem Zeitpunkt wurde das Haus als Schenke genutzt. Am ersten Mai 1848 wurde das Bierschenken erlaubt.
1854 kaufte Joseph Hohlfeld das Haus für 3500 Taler.


1863 erbte Magdalene, verwitwete Pohlan, geborene Schuhmann testamentarisch das Haus.
Um 1868 ist als Schänkwirt Karl Traugott Schneider genannt.


Ab 1919 entwickelt der Gastwirt und Fleischermeister August Jeschke zusammen mit seiner Ehefrau Helene ( geb. Rötschke ) und seinen 4 Kindern Walter, Gertrud, Erich und Hildegart, als Eigentümer der Schloss-Schänke einen florierenden Familienbetrieb.


1932 kam die Schänke auf Grund hoher Hypothekenforderungen in Abhängigkeit zur Bautzener Brauerei und Mälzerei.


1940 wird als Gläubiger der Kaufmann Ulrich Gautzsch, Inhaber der Firma Kaufmann, genannt. Während der Kämpfe um die Ortenburg am Ende des 2.Weltkrieges wird die Schloss-Schänke zur Ruine.


1946 sind Walter Jeschke und Hildegart Welder, geb. Jeschke, die Hauptinitiatoren des 1. Wiederaufbaues der Schloss-Schänke.


1947 stellt die Stadtgemeinde Bautzen ein Darlehen von 10.000 Reichsmark für den Wiederaufbau des stark beschädigten Gebäudes zur Verfügung.


1978 wurde der Gaststättenbetrieb durch Frau Bärbel Maslow, geb. Jeschke eingestellt und 1989 an den damaligen Ordnungsamtsleiter der Stadt Bautzen verkauft.

 

1991 erwarb die Familie Rösner das Haus, sanierte und erweiterte es umfassend, so dass die Wiedereröffnung am 29.Februar 1996, nach fast dreijähriger Bauzeit und 662 Jahre nach der ersten Erwähnung des Grundstücks, stattfinden konnte.

Die Geschichte der „Schloss-Schänke“ wurde erforscht und aufgeschrieben von Herrn Peter Giebelhäuser

1996 bis Mai 2008 als Restaurant mit Pensionszimmern geführt.
2008 das Restaurant betriebswirtschaftlich geschlossen, seither familiär als Hotel garni
(Übernachtung mit Frühstück) geführt.

 

Autor: Geschichte von P.Giebelhäuser

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